Kindische Ablenkungsmanöver statt Auseinandersetzung mit der Zukunft der Landwirtschaft

Die Milchquote ist seit 1.April 2015  Geschichte. Anlass genug, die Ausrichtung der Vorarlberger Landwirtschaft grundsätzlich zu thematisieren und über die Zukunft zu sprechen.


Gesagt, getan: am 31.März präsentierte ich im Rahmen einer Pressekonferenz unsere Ideen für eine Landwirtschaft der Zukunft. Nachlesbar hier: https://vorarlberg.gruene.at/themen/gesundheit-ernaehrung/ende-der-milchquote-ruft-nach-umdenken-in-der-landwirtschaft

 

Dabei skizzierte ich die Etablierung einer Genuss- und Feinkostregion Vorarlberg. Qualität statt Quantität soll im Vordergrund stehen. Die in Vorarlberg produzierten Lebensmittel sollen neben dem regionalen noch weiteren, zusätzlichen Qualitätskriterien entsprechen. Dies ist wichtig um am heiß umkämpften Markt mithalten zu können. Ein Beispiel wäre der Totalverzicht von krebserregenden Pestiziden wie Glyphosat.


Damit könnten sich Ländleprodukte auszeichnen und wären auch an ausländischen Märkten im Premiumsegment eine interessante Ergänzung.


Wer glaubt, dass Vorarlbergs Landwirtschaft im Konzert der Großen mithalten kann der irrt gewaltig.

 

Meine erhobenen Forderungen (siehe unten) sind keineswegs „grüne Träumereien“, sondern entstammen dem schwarz-grünen Regierungsübereinkommen, der Ökolandstrategie 2020 und der Alpstrategie.

 

Daher verwunderten mich die Reaktionen der Landwirtschaftssprecher der VP und FP umso mehr.

ÖVP Landwirtschaftssprecher Josef Türtscher bezeichnete meine Ausführungen als „ideologische Luftschlösser“.

 

FPÖ Landwirtschaftssprecher Daniel Allgäuer sieht nach meiner Pressekonferenz gar die Freiheit der „heimischen“ Landwirte bedroht und ortet Planwirtschaft.

 

Diese Meldungen lassen mich zweifeln, ob es den Herren darum geht die Zukunft der Bäuerinnen und Bauern in Vorarlberg zu gestalten oder abzulenken.

 

Den Vorwurf der ideologischen Luftschlösser finde ich relativ charmant. Sind wir doch, wenn schon, dann zumindest gemeinsam die Erbauer der Schlösser. Wie bereits erwähnt sind alle meine Ausführungen entweder einstimmig von allen Fraktionen beschlossen oder im schwarz-grünen Regierungsübereinkommen enthalten.

 

Den Vorwurf von LAbg. Allgäuer der Planwirtschaft kann man leicht entkräften: wenn etwas planwirtschaftlich war, dann war es die bisherige Milchquote. Daher müsste LAbg. Allgäuer, ja ob der Abschaffung dieses planwirtschaftlichen Instruments laut frohlocken! Ich habe diesbezüglich bisher noch nichts von seiner Seite gehört.

 

Für mich steht fest, der Weg der Landwirtschaft kann nur über eine Qualitätsoffensive gehen.

 

Die Aufgabe der Politik ist es, einerseits die geeigneten Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen und andererseits Überzeugungsarbeit zu leisten. Von Zwang kann hier nicht die Rede sein und wer etwas anderes behauptet, der betreibt kindische Ablenkungsmanöver.

 

Meine zentralen Forderungen sind als erster Schritt:

 

      Unterstützung bei der Vermarktung: Vermarktungsgenossenschaft, um Landwirte bei der Suche nach vermarktbaren Nischenprodukten zu unterstützen. Das Ländle-Marketing evaluiert und verbessert werden.

      Regionalität muss höhere Qualität bedeuten: Ein Ländle Siegel sollte, neben der Bestätigung der regionalen Erzeugung, auch für höhere Qualität stehen. Hier wäre beispielsweise ein Totalverzicht von Spritzmitteln wie Glyphosat oder Neonicotinoide denkbar.

      Tierschutz: Vorarlberg soll Nummer 1 beim Tierschutz werden. Das muss ernst genommen werden. Moderne Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung stehen nicht im Widerspruch zueinander. Ein wichtiger Schritt wäre die Rückbesinnung auf alpfähige Tiere, denn die Alpwirtschaft ist ein prägendes Element der Vorarlberger Milchwirtschaft.

      Bio mal zwei: Die vereinbarte Verdoppelung des Anteils der Biobetriebe ist ein ambitioniertes Ziel. Das Land in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer ist aufgefordert, einen konkreten Plan zur Umsetzung vorzulegen. So sollen die landes- und gemeindeeigenen Einrichtungen beim Einkauf auf regional, wenn möglich biologisch produzierte Lebensmittel, umstellen.

       Gerechte Entlohnung für Bauern und Bäuerinnen: Dies muss durch eine Kombination von Erlösen aus Produktverkäufen und Leistungsabgeltungen stattfinden.

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