Die Industrie und die Frauen

Justin Trudeau, der neue kanadische Premierminister, antwortete bei der Präsentation seines Kabinetts auf die Frage, warum ihm ein im Geschlechterverhältnis ausgeglichenes Kabinett wichtig ist mit einer nüchternen, wie gleichsam genialen Antwort: „Because it´s 2015“ (Weil das Jahr 2015 ist).

 

In die gleiche Kerbe schlägt das heurige Weltwirtschaftsforum in Davos wenn eine Podiumsdiskussion zum Thema „Progress towards parity – Fortschritt in Richtung Gleichheit“ veranstaltet wird.

 

Sheryl Sandberg, die Nummer zwei nach Zuckerberg bei Facebook, stelle dort klar „we should not be working towards equality just because its the right thing, we should do it because its the smart thing“ (wir sollten nicht nur in Richtung Gleichheit arbeiten weil es richtig ist, sondern weil es intelligent ist).

 

Und in der Zwischenzeit in Vorarlberg

Hier hat die Industriellenvereinigung eine vielgelobte und beachtete Strategie vorgelegt. Die Strategie „Vom Mittelmaß zur Exzellenz“ identifiziert drei strategische Stoßrichtungen und 35 Maßnahmen. V-Innovativ, V-Intelligent, V-Connected – so werden die zentralen Handlungsfelder genannt. Im Fokus sind u.a. wenig überraschend die Unternehmer und Gründer, das Humankapital und die öffentliche Hand.

 

Im Papier sind viele gute Ansätze enthalten und es macht Sinn die Vorschläge ernsthaft zu evaluieren und Schritt für Schritt umzusetzen

 

V-Equality?

Bei all dem Lob darf aber auch die kritische Auseinandersetzung nicht fehlen und aus meiner Sicht hat die Strategie in einem für Vorarlberg zentralen Punkt einen blinden Fleck. Wo sind die Maßnahmen die darauf abzielen die Gleichstellung zwischen Männer und Frauen voranzutreiben? Wo sind die Maßnahmen, dass mehr Frauen in den entscheidenden Hierarchien der Industrie ankommen – dass wir in Zukunft auch mehr Gründerinnen und Unternehmerinnen in Vorarlberg als Vorbilder loben können? 

 

Grund genug hier aktiv zu werden haben wir in Vorarlberg genug. In unserem Ländle ist die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern besonders weit auseinander. Und auch bei den Frauen in den Führungsetagen haben wir noch viel Luft nach oben.


Was mir am IV-Papier gut gefällt ist, dass die Herausforderungen klar benannt werden und mutige Lösungen angepeilt werden – warum also nicht auch in diesem Feld. Hier könnte die Industriellenvereinigung einen wichtigen Beitrag leisten.

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