Stimmvieh

Wen wählen am Sonntag? Diese Frage beschäftigt viele Menschen dieser Tage in Österreich. Da ist es doch angenehm, dass am Donnerstag die Bauernzeitung kommt und  dir diese lästige Entscheidung abnimmt. „Am Sonntag Andreas Khol wählen“ lautet die unmissverständliche Botschaft. Was fehlt, ist das Rufzeichen und die Sanktion bei Zuwiderhandeln: wahrscheinlich Förderungskürzungen.

 

Aber Spaß beiseite. Welches Menschenbild hat die Bauernzeitung, die nach eigenen Angaben immerhin wöchentlich mit einer Auflage von 133.600 Stück erscheint, von ihrer Leser_innenschaft?

 

Bäuerinnen und Bauern sind nicht fähig sich ein eigenes Bild zu machen und zu entscheiden, wen sie am Sonntag dann wählen? Sie brauchen eine Vorgabe des Zentralorgans und gehen dann brav zur Urne und sind das benötigte Stimmvieh?

Genau das verdeutlicht die Problematik in der die Landwirtschaft heute steckt – Futtermittelkonzerne, Agrochemiekonzerne, Werbeindustrie usw. diktieren den Weg, unterstützt werden sie von Bauernbund, Bauernzeitung usw. Übrig bleiben verschuldete Bauernfamilien, die nicht mehr weiter wissen und verunsicherte Konsument_innen, die den Lebensmitteln nicht mehr trauen.

 

Bezeichnend, dass auf der selben Titelseite auch ein Artikel mit dem Titel „Glyphosat unverzichtbar“ (siehe links oben) angekündigt wird. Eine Totalumkehr ist notwendig, ein erster Schritt wäre es, die Wahlaufforderung zu ignorieren und seinem eigenen Urteilsvermögen zu folgen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Domino (Donnerstag, 21 April 2016 12:51)

    Die "Bauernzeitung" ist die Mitgliederzeitschrift des Bauernbundes, einer ÖVP-Teilorganisation. Als Landwirt_in ist man – Gosh sei Dank – nicht automatisch Bauernbund-Mitglied. Umgekehrt muss auch man nichts mit Landwirtschaft zu tun haben, um im Bauernbund aufgenommen zu werden.

    Das "Zentralorgan" der Bauern und Bäuerinnen wären die Zeitungen der Landwirtschaftskammern, in denen Sie Pflichtmitglied sind. Und dort findet sich, zumindest nicht so offen, keine ÖVP-Wahlempfehlung.

  • #2

    Daniel (Donnerstag, 21 April 2016 13:41)

    Herzlichen Dank Dominoo für die Aufklärung in Sachen Eigentümerschaft der BauernZeitung.
    Wenn man sich die Eigenangabe ansieht, dann schaut das doch ein wenig anders aus: "BauernZeitung – wo sich die Landwirte informieren
    Die BauernZeitung ist unangefochten die Nummer eins am Land und Hauptinformationsquelle für die Bäuerinnen und Bauern.
    Erst im Impressum wird man fündig: Medieninhaber: Agrar Media Verlagsgesellschaft mbH. und an daran ist der Bauernbund mit 7% beteiligt.

    Aber ich nehme zur Kenntnis die Bauernzeitung ist nicht das Zentralorgan, sondern die selbsternannte Hauptinformationsquelle und der Bauernbund hat klar die Hand drinnen und damit ist eigentlich eh alles gesagt, geschrieben.

  • #3

    Domino (Donnerstag, 21 April 2016 15:05)

    Die Verschleierung der Eigentümerschaft und die Anmaßung, für alle Bauern & Bäuerinnen zu sprechen, ist natürlich beabsichtigt. Umso schwerer für jene, die gegen den schwarzen Filz in der LK antreten.

  • #4

    Pia (Dienstag, 26 April 2016 09:14)

    Und jetzt Herr Zadra, sind Sie glücklich mit dem Wahlausgang?
    Ich definitiv nicht. Viel Freude mit einem Bundespräsidenten Hofer.