QUALITÄTSOFFENSIVE FÜR BERUFSSCHULEN!

Sandra Schoch, Daniel Zadra 10.11.2015- Fachkräfte als zentrale Säule der Gesellschaft anerkennen

"Berufsschulen brauchen dringend eine Qualitätsoffensive. In diesen müssen mehr Grund- und Kernkompetenzen sowie Allgemeinwissen vermittelt werden“, so der Grüne Bildungssprecher Daniel Zadra zur aktuellen Lehrlingsstudie des Instituts für Jugendkulturforschung, nach der 70 Prozent der Lehrlinge in Österreich mit dem derzeitigen System der Berufsschulen unzufrieden sind. „Das ist ein klarer Auftrag für die Politik. Berufsschulen müssen den heutigen Anforderungen am Arbeitsmarkt gerecht werden. Dazu gehört auch, Allgemeinwissen, EDV-und Sprach-Kenntnisse und soziale Kompetenzen weiterzugeben“, so Zadra.

„Facharbeiterinnen und Facharbeiter sind eine zentrale Säule der Gesellschaft und des Wirtschaftsstandorts. Das zeigt sich gerade am Beispiel Vorarlbergs, wo die Lehre im Österreich-Vergleich einen hohen Stellenwert genießt. Fachkräfte und Lehrlinge haben sich eine entsprechende Anerkennung verdient“, ergänzt die Grüne Wirtschaftssprecherin Sandra Schoch. Es brauche deshalb gezielte Maßnahmen, um Lehrlinge zu fördern. Anzusetzen sei in der Bildungspolitik. Am derzeitigen Fachkräftemangel sei zu erkennen, dass das System Mängel hat.

Das Kernproblem liege in der frühen Selektion der Kinder nach der Volksschule. Zadra sieht daher die gemeinsame Schule als Chance, um den Lehrberufen mehr Stellenwert zu geben und die Talente der Kinder so zu fördern, dass ihr Können und nicht ihre soziale Herkunft ausschlaggebend für den Bildungs- und Berufsverlauf sind. „In der Gemeinsamen Schule können technische Aspekte, praxisbezogenes und angewandtes Wissen in die Lerninhalte einbezogen werden. Ziel ist es, langfristig eine Höherqualifizierung von Lehrlingen zu erreichen, die sich sowohl durch Fach- als auch durch Hintergrund- und Allgemeinwissen auszeichnen“, so Zadra. „Imagekampagnen alleine reichen nicht. Es braucht handfeste Maßnahmen, damit Lehrlinge die Anerkennung erhalten, die sie sich verdienen“, schließt Schoch.