GRÜNE FORDERN MASSNAHMEN FÜR BESSERE VEREINBARKEIT VON BERUF UND FAMILIE

Daniel Zadra, Sandra Schoch - Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern nicht akzeptabel

„Die von der Lohnsteuerstatistik 2014 aufgezeigten hohen Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen machen deutlich, wie dringend es ist, die von den Grünen geforderten frauenpolitischen Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie umzusetzen“, nehmen die Grüne Sozialsprecherin Sandra Schoch und der Grüne Gleichberechtigungssprecher Daniel Zadra zur aktuellen von der Statistik Austria vorgelegten Studie Stellung. Demnach verdienen Männer in Vorarlberg um 42,3 Prozent mehr als Frauen. „Vorarlberg ist damit absolutes Schlusslicht“, stellt Schoch fest. 

Schoch kritisiert die stereotype Argumentation vom Vorarlberger Wirtschaftskammerpräsident Manfred Rein, der die Einkommensunterschiede damit begründet, dass Frauen zu wenig mutig sind, um Führungspositionen zu übernehmen. „Frauen für die eklatanten Lohnunterschiede verantwortlich zu machen ist absurd. Zahlreiche Studien belegen, dass das Geschlecht auschlaggebend für die unterschiedliche Bezahlung ist und die Arbeitsleistung von Frauen oft minderbewertet wird“, so Schoch. 

"Wenn Wirtschaftskammerpräsident Rein anführt, dass Frauen mutiger werden müssen, dann antworte ich, dass auch die Unternehmen mutiger werden müssen. Es muss Unternehmenskultur werden, dass Frauen gleich bezahlt werden und in höhere Positionen aufsteigen können“, ergänzt Zadra. Er fordert mehr Bemühungen seitens der Unternehmen, Land und Gemeinden, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen. „Es muss uns gelingen, dass in Zukunft Kinderbetreuung und Familienarbeit nicht als Frauen-, sondern als gemeinsame Familienaufgabe gelebt wird. Und auch AlleinerzieherInnen müssen die Möglichkeit haben am Arbeitsleben gleichberechtigt teilnehmen zu können“, so Zadra. 

Schoch hebt die Bedeutung des von Landesrätin Wiesflecker angekündigten Ausbaus der Kinderbetreuung hervor. „Nur wenn wir gute Voraussetzungen für eine verlässliche und leistbare Kinderbetreuung schaffen, werden mehr Frauen einer gut bezahlten Vollzeitbeschäftigung nachgehen können“, so Schoch. „Die Versäumnisse der Vergangenheit können leider nicht über Nacht aufgeholt werden. Viele Gemeinden nutzen aber bereits die zusätzlichen neuen Förderungen durch Bund und Land, und es entstehen an vielen Orten neue Kinderbetreuungseinrichtungen“, führt Schoch aus, die anregt dem Beispiel Bregenz zu folgen und in allen Städten Gleichbehandlungsbeauftragte einzusetzen. 

Die Grünen fordern des Weiteren, den gesetzlichen Mindestlohn von 1.500 Euro brutto im Monat auf die Privatwirtschaft auszuweiten. „Gerade Frauen üben oft Berufe aus, die vergleichsweise schlecht bezahlt sind“, so Zadra. Löhne müssen jedenfalls transparent gemacht werden – nur so könne Bewegung in die Diskussion kommen. „Wenn die Unternehmen den Anspruch haben fair und neutral zu bezahlen, sollte eigentlich nichts dagegen sprechen, diese Lohngerechtigkeit auch transparent zu machen“, schließt Schoch.