NEUES ZU IKEA LUSTENAU: STANDORTWAHL UND VERKEHRSZAHLEN

Daniel Zadra 3.11.2015 - Prüfung der regionalen Auswirkungen muss kommen

„Wir fordern seit Bekanntwerden der Ansiedelungspläne für ein IKEA-Einkaufzentrum in Lustenau eine genaue Prüfung aller Vor- und Nachteile für die Gemeinde und die Region", nimmt der grüne Landtagsabgeordnete und Lustenauer Gemeindevertreter Daniel Zadra Stellung zu den neuesten Entwicklungen. Eine solche Erhebung sei von Bürgermeister Fischer bisher abgelehnt worden. Daher habe man seitens der Grünen eigene Abklärungen eingeleitet.

„Durch unsere Landtagsanfrage ist nun klar, dass das mehrfach vorgebrachte, zentrale Argument von BM Fischer unrichtig ist", so Zadra. Wenn IKEA nicht nach Lustenau komme, hatte der Lustenauer Bürgermeister argumentiert, werde sich die Filiale in einer Nachbargemeinde ansiedeln und Lustenau habe trotzdem den Verkehr.

Landesstatthalter Rüdisser beantwortet die Frage, ob es im Rheintal andere geeignete Grundstücke mit einer für IKEA geeigneten Widmung gebe, unmissverständlich mit NEIN. Damit sei klargestellt, dass Lustenau die einzige mögliche Option für IKEA im Vorarlberger Rheintal ist, hält der Abgeordnete fest. Man müsse die nun gewonnene Sicherheit dazu nutzen, alle Daten, Fakten und Auswirkungen bis ins Detail zu prüfen. „Es ist nun an der Zeit das Projekt, so wie von uns schon lange gefordert, auch im Rahmen der Vision Rheintal zu behandeln und auf eine ExpertInnenebene zu bringen.“

Die zu erwartende Zunahme des Verkehrs sei eines der gewichtigsten Argumente gegen eine IKEA-Ansiedelung. Auch hier haben die Grünen Recherchen angestellt. Der Verkehrsplaner von IKEA selbst habe bei einem vergleichbaren Projekt in Deutschland mit 10.200 zusätzlichen Autofahrten an frequenzstarken Tagen gerechnet. „Diese 10.200 Fahrten fallen dann großteils in die sowieso schon überlasteten Zeiten der sogenannten Rush-hour. Was dann mit dem Verkehr geschieht, kann man sich selbst ausmalen. Dass dies weder für die Lebensqualität noch den Wirtschaftsstandort gut ist, liegt wohl auf der Hand“, fasst Zadra zusammen.

Dass IKEA in der nächsten Gemeindevertretungssitzung am 05.11.2015 kein Thema ist, deute auf eine Haltungsänderung hin, so Zadra. "Es scheint so, als ob Bürgermeister Fischer von seiner Absicht, bereits in den nächsten Wochen einen Kaufvertrag mit IKEA unterzeichnen zu wollen, Schritt für Schritt abrückt. Das ist sehr begrüßenswert. Wir könnten den Anlassfall nun nutzen, um die Standort- und Zentrumspolitik in Lustenau grundsätzlich auf neue Beine zu stellen. Hier ist seit Jahren vieles unklar. Gemeinsam sollten wir diese Chance nun nutzen“, schließt Zadra.